Schnarchen entsteht, wenn die Muskulatur im Rachen im Schlaf erschlafft und die Atemluft an den entspannten Weichteilen vorbeiströmt. Für die meisten ist das vor allem eine Belastung für die Partnerschaft. Es kann aber auch Zeichen einer obstruktiven Schlafapnoe sein – wiederholter Atemaussetzer im Schlaf, die den Körper belasten und tagsüber müde machen.
Erst die Diagnose
Eine Schiene wird in unserer Praxis nicht angefertigt, bevor geklärt ist, worum es sich handelt. Der Unterschied zwischen harmlosem Schnarchen und einer behandlungsbedürftigen Schlafapnoe lässt sich zahnmedizinisch nicht feststellen – dafür ist eine schlafmedizinische Untersuchung erforderlich, über Ihre Hausärztin oder ein Schlaflabor.
Diese Reihenfolge ist wichtig: Eine unerkannte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfall. Wird nur das Geräusch beseitigt, bleibt die eigentliche Erkrankung unbehandelt.
Wie die Schiene wirkt
Eine Unterkieferprotrusionsschiene besteht aus zwei miteinander verbundenen Schienen für Ober- und Unterkiefer. Sie hält den Unterkiefer im Schlaf einige Millimeter vorn. Dadurch wird die Zunge mit nach vorn geführt und der Rachenraum bleibt offen – die Atemluft strömt freier, die Schwingung der Weichteile nimmt ab.
Der Vorschub wird schrittweise eingestellt: Wir beginnen zurückhaltend und steigern in kleinen Schritten, bis die Wirkung eintritt und die Schiene verträglich bleibt.
Für wen sie infrage kommt
Die Schiene ist eine anerkannte Behandlungsmöglichkeit bei einfachem Schnarchen sowie bei leichter bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe – insbesondere für Menschen, die eine Atemmaske (CPAP) nicht vertragen oder nicht dauerhaft nutzen. Bei schwerer Schlafapnoe bleibt die Maske die Standardbehandlung.
Voraussetzung sind ausreichend viele stabile Zähne, gesundes Zahnfleisch und ein beschwerdefreies Kiefergelenk. Bei bestehenden Kiefergelenkbeschwerden prüfen wir zunächst die Funktion – siehe Funktionsdiagnostik & CMD.
Ablauf
Nach der schlafmedizinischen Abklärung erfolgt die zahnmedizinische Untersuchung, anschließend die digitale Abformung. Die Schiene wird im Labor gefertigt und angepasst. In den ersten Wochen sind Kontrolltermine vorgesehen, um den Vorschub einzustellen und die Verträglichkeit zu prüfen. Danach genügen jährliche Kontrollen.
Gewöhnung und Nebenwirkungen
In den ersten Nächten sind vermehrter Speichelfluss und ein leichtes Spannungsgefühl im Kiefer üblich; beides lässt meist innerhalb von zwei Wochen nach. Langfristig können sich Zahnkontakte geringfügig verändern – deshalb die regelmäßige Kontrolle.
Kosten
Bei nachgewiesener obstruktiver Schlafapnoe und wenn eine CPAP-Therapie nicht infrage kommt, ist die Schiene unter bestimmten Voraussetzungen eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei einfachem Schnarchen ohne Krankheitswert handelt es sich um eine Privatleistung. Wir klären das vor Behandlungsbeginn und stellen Ihnen einen schriftlichen Kostenplan aus.