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Leistungen

Kieferorthopädie für Kinder und Jugendliche

Das Wachstum nutzen – zum richtigen Zeitpunkt, nicht so früh wie möglich.

Bei Kindern und Jugendlichen wächst der Kiefer noch. Dieses Wachstum lässt sich beeinflussen – und darin liegt der große Vorteil einer Behandlung im richtigen Alter: Manche Fehlstellungen, die im Erwachsenenalter nur noch chirurgisch korrigierbar wären, lassen sich in der Wachstumsphase mit einer Apparatur lenken.

„Möglichst früh” ist damit allerdings nicht gemeint. Der richtige Zeitpunkt hängt vom Befund und vom Zahnwechsel ab, nicht vom Kalenderalter.

Wann sollte man vorstellig werden?

Eine erste kieferorthopädische Kontrolle ist etwa im Alter von acht bis neun Jahren sinnvoll, wenn die bleibenden Frontzähne und die ersten bleibenden Backenzähne durchgebrochen sind. Häufig ergibt sich daraus: alles in Ordnung, wir sehen uns in einem Jahr wieder.

Früher vorstellig werden sollten Sie bei:

  • deutlich vorstehenden oder nicht aufeinandertreffenden Frontzähnen
  • einem Kreuzbiss, bei dem der Unterkiefer beim Zubeißen zur Seite ausweicht
  • anhaltendem Daumenlutschen oder Schnullergebrauch über das vierte Lebensjahr hinaus
  • dauerhafter Mundatmung, Schnarchen oder auffälligem Schlaf
  • Sprachauffälligkeiten oder Problemen beim Abbeißen

Frühbehandlung

In bestimmten Fällen beginnt eine Behandlung bereits im Milch- oder frühen Wechselgebiss – etwa bei einem ausgeprägten Kreuzbiss oder wenn stark vorstehende Frontzähne einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt sind. Eine Frühbehandlung ersetzt die spätere Hauptbehandlung meist nicht, macht sie aber einfacher.

Herausnehmbar oder fest?

Herausnehmbare Geräte werden vor allem im Wechselgebiss eingesetzt, um Platz zu schaffen und das Wachstum zu lenken. Ihr Erfolg hängt unmittelbar von der Tragezeit ab – ein Gerät in der Schublade wirkt nicht. Wir sprechen darüber offen mit dem Kind, nicht nur mit den Eltern.

Feste Zahnspangen kommen zum Einsatz, wenn alle bleibenden Zähne da sind und einzelne Zähne genau positioniert werden müssen. Sie wirken unabhängig von der Mitarbeit, verlangen dafür aber gründliche Reinigung.

Mundhygiene während der Behandlung

Rund um Brackets sammeln sich Beläge. Bleiben sie liegen, entstehen weiße Entkalkungsflecken, die auch nach dem Abnehmen der Spange sichtbar bleiben. Wir begleiten die Behandlung deshalb mit regelmäßiger Prophylaxe und zeigen praktisch, wie die Reinigung mit Spange funktioniert.

Ein ruhiger erster Termin

Kinder erleben den Zahnarztbesuch anders als Erwachsene. Der erste Termin dient dem Kennenlernen: ansehen, erklären, Fragen beantworten. Behandelt wird erst, wenn das Kind bereit ist. Unser separater Beratungsraum ohne Geräte hilft dabei spürbar.

Kostenübernahme

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr, wenn der Befund den kieferorthopädischen Indikationsgruppen 3 bis 5 entspricht. Bei geringer ausgeprägten Befunden (KIG 1 und 2) ist die Behandlung eine Privatleistung. Wie Ihr Befund eingestuft wird, sagen wir Ihnen nach der Diagnostik – gemeinsam mit dem schriftlichen Kostenplan.

Fragen zu dieser Behandlung?

Im persönlichen Gespräch klären wir, was in Ihrem Fall sinnvoll ist – in Ruhe und ohne Behandlungsstuhl.