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Leistungen

Wurzelspitzenresektion

Der letzte Weg, einen Zahn zu behalten, wenn die Entzündung bleibt.

Manchmal bleibt eine Entzündung an der Wurzelspitze bestehen, obwohl der Zahn bereits wurzelbehandelt ist. Der Grund liegt in der Anatomie: Das Kanalsystem im Inneren eines Zahns ist selten ein einzelner glatter Kanal. Es verzweigt sich, krümmt sich, endet in feinen Seitenkanälchen. Bakterien können sich dort halten, wo Instrumente und Spüllösungen nicht hinreichen.

Die Wurzelspitzenresektion setzt genau dort an: Der entzündete Bereich wird von außen erreicht und mitsamt der Wurzelspitze entfernt. Der Zahn bleibt erhalten.

Wann sie in Frage kommt

  • Die Entzündung an der Wurzelspitze besteht nach einer Wurzelkanalbehandlung fort oder kehrt zurück
  • Eine Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung ist nicht möglich – etwa weil eine Krone oder ein Stiftaufbau den Zugang versperrt
  • Ein Instrumentenfragment blockiert den Kanal
  • Eine Zyste hat sich an der Wurzelspitze gebildet
  • Der Kanal ist so stark gekrümmt oder verkalkt, dass er von innen nicht vollständig aufbereitet werden kann

Die Alternative ehrlich benannt

Vor jeder Wurzelspitzenresektion stellt sich dieselbe Frage: Lohnt sich der Erhalt dieses Zahns?

Manchmal ist die Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung von innen der bessere Weg – schonender und mit guten Aussichten. Manchmal ist der Zahn so weit geschädigt, dass eine Entfernung mit anschließendem Implantat die langfristig stabilere Lösung ist.

Wir legen beide Wege nebeneinander, mit Erfolgsaussichten und Kosten. Ein eigener Zahn ist wertvoll, aber ein Zahn, der in zwei Jahren doch entfernt werden muss, kostet zweimal.

Diagnostik vor dem Eingriff

Vor einer Wurzelspitzenresektion verschafft die digitale Volumentomographie ein dreidimensionales Bild: Wie groß ist der Entzündungsherd genau? Wie viele Wurzeln hat der Zahn, wie verlaufen sie? Wie nah liegen Nervkanal oder Kieferhöhle?

Gerade im Oberkiefer-Seitenzahnbereich und im Unterkiefer-Backenzahnbereich verändert diese Information die Planung – oder führt zu der Entscheidung, den Eingriff nicht durchzuführen.

Der Eingriff

Die Behandlung erfolgt unter lokaler Betäubung und dauert meist 30 bis 60 Minuten.

Das Zahnfleisch wird über der betroffenen Wurzel gelöst, der Knochen an einer kleinen Stelle eröffnet und die Wurzelspitze mitsamt dem entzündeten Gewebe entfernt. Anschließend wird das Kanalende von außen gereinigt und dicht verschlossen, damit keine Bakterien nachrücken. Bei größeren Defekten kann gleichzeitig Knochenersatzmaterial eingebracht werden. Zum Schluss wird das Zahnfleisch vernäht.

Nach dem Eingriff

Eine Schwellung in den ersten zwei bis drei Tagen ist normal – Kühlen hilft. Die Fäden werden nach etwa einer Woche entfernt.

In den ersten Tagen sollten Sie auf Sport, Sauna und heiße Getränke verzichten und auf der Gegenseite kauen. Der Knochen füllt den Defekt über mehrere Monate wieder auf; das kontrollieren wir röntgenologisch.

Erfolgsaussichten

Bei sorgfältiger Durchführung sind die Aussichten gut, aber keine Behandlung gibt eine Garantie. Entscheidend sind die Ausgangslage – Größe des Herdes, Zustand des Zahnhalteapparats, Dichtigkeit der vorhandenen Wurzelfüllung. Wir sagen Ihnen vor dem Eingriff, wie wir Ihren Fall einschätzen.

Kosten

Die Wurzelspitzenresektion ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse – insbesondere im Frontzahnbereich. Zusatzleistungen, die die Erfolgsaussichten verbessern, sind privat zu tragen. Was in Ihrem Fall anfällt, klären wir vorab.

Fragen zu dieser Behandlung?

Im persönlichen Gespräch klären wir, was in Ihrem Fall sinnvoll ist – in Ruhe und ohne Behandlungsstuhl.