Zahnverletzungen im Sport betreffen fast immer die oberen Frontzähne. Ein abgebrochener oder ausgeschlagener bleibender Zahn bedeutet eine Versorgung, die ein Leben lang begleitet – mit Wurzelbehandlung, Krone und gegebenenfalls später einem Implantat. Ein Mundschutz kostet einen Bruchteil davon.
Wo er sinnvoll ist
Bei Kontaktsportarten ist er selbstverständlich: Handball, Basketball, Fußball, Kampfsport, Hockey, Rugby, Boxen. Häufig unterschätzt werden Sportarten mit Sturzrisiko – Skateboard, Mountainbike, Inline-Skating, Reiten.
Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche mit vorstehenden Frontzähnen. Bei ihnen ist das Risiko einer Zahnverletzung deutlich erhöht; ein Mundschutz ist hier keine Vorsichtsmaßnahme, sondern angebracht.
Warum individuell angefertigt?
Vorgeformte Modelle aus dem Sportgeschäft müssen mit den Zähnen festgehalten werden. Sie sitzen locker, behindern Atmung und Sprache und werden deshalb oft weggelassen – ein Mundschutz in der Tasche schützt nicht.
Ein individuell gefertigter Schutz wird auf Ihrem Zahnmodell hergestellt. Er sitzt fest ohne Zubeißen, lässt normales Sprechen zu und verteilt die Kraft eines Aufpralls über die gesamte Zahnreihe statt auf einen einzelnen Zahn. Bei Kindern im Zahnwechsel wird zusätzlich Raum für nachwachsende Zähne berücksichtigt.
Mit fester Zahnspange
Wer eine feste Zahnspange trägt, braucht besonderen Schutz: Bei einem Schlag können Brackets und Drähte Weichteilverletzungen an Lippe und Wange verursachen. Ein Mundschutz für Spangenträger wird mit zusätzlichem Raum gestaltet, sodass er über die Apparatur passt und Zahnbewegungen nicht behindert. Er muss im Verlauf der Behandlung gelegentlich erneuert werden.
Anfertigung
Für die Abformung genügt ein kurzer Termin mit dem Intraoralscanner – ohne Abdruckmasse. Nach etwa einer Woche ist der Mundschutz fertig und wird angepasst. Farbe und Gestaltung können Sie mitbestimmen; bei Kindern und Jugendlichen erhöht das erfahrungsgemäß die Bereitschaft, ihn wirklich zu tragen.
Pflege und Haltbarkeit
Nach dem Sport mit kaltem Wasser ausspülen, luftig aufbewahren, nicht im Auto liegen lassen. Bei Kindern im Wachstum ist meist jährlich eine Neuanfertigung nötig, bei Erwachsenen hält ein Mundschutz je nach Beanspruchung mehrere Jahre.
Der Sportmundschutz ist eine Privatleistung. Einige Krankenkassen beteiligen sich im Rahmen ihrer Bonusprogramme – ein Blick in Ihre Versicherungsunterlagen lohnt sich.