Angst vor der Zahnbehandlung ist verbreitet und nichts, wofür man sich rechtfertigen müsste. Etwa jeder zehnte Erwachsene meidet deshalb den Zahnarztbesuch über Jahre. Das Unangenehme daran ist der Kreislauf: Je länger der Besuch aufgeschoben wird, desto größer wird der Befund – und desto größer die Hemmschwelle. Viele Betroffene kommen erst mit Schmerzen, und dann unter den denkbar schlechtesten Bedingungen.
Diesen Kreislauf kann man an einer Stelle durchbrechen: beim ersten Termin.
Ein erster Termin ohne Behandlung
Wenn Sie möchten, findet Ihr erster Besuch bei uns vollständig in unserem Beratungsraum statt. Dort steht kein Behandlungsstuhl, keine Bohrmaschine, kein Instrumententisch. Wir sprechen miteinander, im Sitzen, angezogen.
Sie erzählen, was Ihnen Angst macht – das ist bei jedem anders. Für manche ist es das Geräusch, für andere das Gefühl des Ausgeliefertseins, die Betäubungsspritze oder eine schlechte Erfahrung in der Kindheit. Erst wenn Sie es möchten, sehen wir uns die Zähne an. Und auch das kann bedeuten: nur hinschauen, sonst nichts.
Wie wir arbeiten
Sie bestimmen das Tempo. Wir vereinbaren ein Handzeichen. Wenn Sie es geben, wird sofort unterbrochen – ohne Diskussion, ohne „gleich fertig”. Diese Vereinbarung gilt ausnahmslos. Sie ist der Grund, warum viele Menschen sich überhaupt behandeln lassen können: Kontrolle nimmt der Situation das Bedrohliche.
Alles wird vorher erklärt. Sie erfahren, was als Nächstes passiert, wie lange es dauert und was Sie spüren werden. Keine Überraschungen.
Schmerzarme Betäubung. Vor der Injektion wird die Einstichstelle mit einem Gel betäubt. Die Betäubung selbst wird langsam und in kleinen Mengen gesetzt – das macht einen deutlichen Unterschied.
Behandlung in Etappen. Wir müssen nicht alles auf einmal machen. Ein Behandlungsplan lässt sich in kleine Schritte teilen, die jeweils überschaubar bleiben. Für viele Menschen ist das der entscheidende Punkt.
Termine in ruhigen Zeiten. Auf Wunsch legen wir Ihre Termine so, dass im Wartebereich wenig Betrieb ist.
Räume, die den Unterschied machen
Unsere Praxis trennt Behandlungsräume für medizinische Therapien konsequent von den Prophylaxeräumen und vom Beratungsraum. Wer zur Vorsorge oder zum Gespräch kommt, muss keinen Raum betreten, in dem behandelt wird. Diese Trennung ist eine bauliche Entscheidung, die im Alltag spürbar wirkt.
Wenn die Angst sehr ausgeprägt ist
Bei ausgeprägter Zahnbehandlungsphobie stoßen zugewandte Gesprächsführung und schonende Technik an Grenzen. In solchen Fällen besprechen wir weitere Möglichkeiten, einschließlich einer Behandlung in Sedierung, und arbeiten mit entsprechenden Fachkolleginnen und -kollegen zusammen. Auch der Hinweis auf eine begleitende psychotherapeutische Unterstützung gehört dazu, wenn er angebracht ist.
Der erste Schritt
Rufen Sie an und sagen Sie einfach: „Ich habe Angst vor der Zahnbehandlung.” Mehr braucht es nicht. Wir planen dann von vornherein mehr Zeit ein und richten den Termin darauf aus.